Blogbucheintrag vom 20.02.1717: Feuertaufe in Dülmen


Am 18. Tag des Monats Februar liefen wir in Dülmen ein, wo man uns in der neuen Spinnerei nebst anderen Halunken Unterschlupf gewährte. Da wir zwei neue Crewmitglieder an Bord hatten und so inkognito reisen konnten, beschlossen wir, dies zu nutzen, indem wir ausschliefen und erst bei grellem Tageslicht unsere Reise antraten. Dieser Luxus schien der Mannschaft aufs Gemüt zu schlagen, da bereits bei Reiseantritt 1/4 der Besatzung beim Schiffsarzt war und striktes Hust- und Niesverbot auferlegt bekam. Undiszipliniert wie sie war, konnte sich die Crew an diese Auflagen natürlich nicht halten, was zu lautstarkem Protest und Gepöbel der restlichen Crew führte. Diese Situation hätte leicht umschlagen und gar zu einer Meuterei führen können, aber Gott sei Dank übertönte Doro sämtliche Beschwerden, indem sie sich, pfeifend wie ein Rohrspatz, lautstark über die anderen Schiffe echauffierte, die sie kreuzten und somit, man beachte den Konjunktiv, den Fahrstil beeinträchtigen würden. Als wir schließlich mit einem beträchtlichen Hörschaden und vielen unterdrückten Herzschlägen bei der Spinnerei ankamen, empfing man uns sehr herzlich und tischte reichlich Verpflegung auf. Diese überzeugte die Anwesenden aber nicht nur durch Masse, sondern auch, trotz der angebrachten Warnschildchen, durch Klasse. Gestärkt enterten wir schließlich die Bühne und man hatte den Eindruck, dass nicht nur die Crew, sondern auch die feierlustige Meute von der Wundernahrung gespeist hatte, da sie lautstark schwierigste Passagen mitsingen konnte und eine schnellere Sohle aufs Parkett legte, als ein Tausendfüßler auf einem heißen Kanonenrohr. Leider verging die Zeit wie im Fluge und wir mussten unsere Segel streichen. Außerdem darf ich mich zumindest in Deckschrubberkreisen jetzt als Trendsetter bezeichnen, der als Vorreiter der gepflegten, modernen Bartfrisur gilt. Nachdem wir uns noch einmal füllten, füllten wir auch schließlich den Bauch der Elmsfeuer und machten uns auf den Heimweg. Wieder war es Doro, die fuhr, aber diesmal war es Simon, der schrie, da unsere Schwarzmarkthändlerin beschlossen hatte, mitten in der Nacht bei voller Fahrt die Schiffsbeleuchtung zu löschen: zweimal! Nichtsdestotrotz sind alle Crewmitglieder lebendig aber angeschlagen, die Krankenzahlen hatten sich verdoppelt, im Heimathafen eingetroffen. In der stillen Hoffnung, sein Leiden durch Schlafentzug kurieren zu können, beschloss unser Zimmermann Djast, um 4 Uhr morgens, noch einen Sud aus der Guaranapflanze zu bechern und irrt seither schlaflos auf dem Deck umher.

 


Blogbucheintrag vom 07.12.1716: Es wird eng unter Deck!

 

Liebes Blogbuch,
Die letzten Wochen und Monate haben wir der Elmsfeuer wieder eine ordentliche Generalüberholung verpasst, stundenlang die Planken gebohnert und neue Shantys eingeübt. Vorgestern befanden wir uns mit dem strahlenden Gefährt auf Kurs zu neuen Kaperfahrten. In der glühenden Mittagssonnne hatte es zu dieser Zeit Schiffbrüchige an den Strand gespült, die benommen zwar, doch auch emsig begannen, eine Unterkunft für die Nacht zu bauen. Besonders weit schienen sie dabei allerdings nicht gekommen zu sein; und so waren es letztendlich auch kein Inseldomizil, sondern ein großes Feuer, wild tanzende Schatten, lautes Krakelen und ein beißender Rumgeruch, die unsere Aufmerksamkeit einforderten und uns dazu drängten, das Treiben aus der Nähe zu betrachten. Wir legten also an und fanden zu unserem Erstaunen nur zwei einsame Seelen, die die indigene Fauna des Tropeneilandes mächtig erschütterten. Zum Leidwesen derselbigen war es auch der Crew ein inneres Bedürfnis in das Sing- und Saufgelage einzusteigen und so wundert es auch nicht, dass sich die Crew, um zwei Köpfe gewachsen, am nächsten Morgen, mitsamt der verbliebenen Rumflaschen und Erinnerungslücken so groß wie der Malstrom, auf dem Weg zur nächsten Kaperfahrt befand. Man vereinbarte noch, dass das, was auf der Insel geschehen sei auch auf der Insel bleibe, aber an das meiste konnte man sich (zum Glück) ohnehin nicht mehr erinnern...

 


Blogbucheintrag vom 28.09.1716: Mast- und Schotbruch

 

Nachdem wir die letzten Monate in dunklen Gewölbekellern zugebracht hatten, um unsere neuesten musikalischen Ideen zu vertonen, war es wieder mal an der Zeit für eine glorreiche Kaperfahrt, diesmal nach Lörrach. Unter dem Deckmantel der Nacht wollten wir früh aufbrechen, um ungesehen an unseren Bestimmungsort zu gelangen. Als ich die Elmsfeuer aber schließlich zum ausgemachten Treffpunkt manövrierte, grinsten mir aus dem Dunkel der Nacht nur drei Gesichter entgegen: vom Rest der Crew noch keine Spur. Als wir endlich mit großer Sorgfalt den Bauch der Elmsfeuer mit unseren Instrumenten gefüllt hatten, schälten sich Franzi und der erste Maat aus der Dämmerung. Als die Sonne noch später, zumindest gefühlt, im Zenit stand, stachen wir schließlich in See. Trotz der fortgeschrittenen Tageszeit konnten wir die Elmsfeuer ungesehen nach Lörrach schippern, wo sie, aufgrund einiger Umbaumaßnahmen im Hafen, durch Umwege über schmale Kanäle, letzten Endes doch noch ihren Bestimmungsort erreichte. Das Beiboot der Elmsfeuer erlitt auf dem Weg einen Ruderbruch, weshalb ich, wie am frühen Morgen, wieder vor den gleichen drei Gesichtern stand, die mich jetzt allerdings nicht mehr ganz so grinsend betrachteten, als ihnen klar wurde, dass die Instrumente ja auch wieder ausgeladen werden müssen...
Auf der Bühne bewarf man uns dann schließlich, Trunksucht sei Dank, mit großen Goldstücken, sodass auch kostspieligere kulinarische Spezialitäten erstanden werden konnten. Die Crew legte sich voll ins Zeug und spielte das gesamte Repertoire, in freudiger Erwartung auf die Met-Ente, die das vor den Toren Lörrachs lagernde Wikingervolk mit uns teilte. Nachdem wir uns mit den anderen anwesenden Musikern verbündeten und manch anderem auf die Füße traten, torkelten wir zu unserer Herberge, die man, vergleicht man diese mit manch anderer "Unterkunft" auf unseren Reisen, gut und gerne als luxoriös bezeichnen könnte. Gute Nacht liebes Blogbuch!

 


Blogbucheintrag vom 11.03.1716: Auf zu neuen Ufern

 

Die letzten Monate wurde die Elmsfeuer ganz schön von widrigen Winden und den Gezeiten gebeutelt, weshalb wir uns eine Zeit lang ans sichere Ufer retten mussten, um die entstandenen Schäden an Schiff und Mannschaft zu in Ordnung zu bringen. Seit ein paar Wochen befinden wir uns endlich wieder auf Kurs und atmen die vertraute, salzige Luft des Ozeans und der Wellen. Um die versäumte Zeit aufzuholen, hat mit Elena, einer waschechten Piratenbraut, ein neues Crewmitglied angeheuert, das uns tatkräftig auf unserem neuen Kurs unterstützt.

Aber zurück zum Anfang: Die Weihnachtszeit hat uns dazu angespornt, allen Landratten die ersten Früchte unserer Arbeit zu präsentieren, die man bereits seit dem 24.12. auf einem großen Videoportal begutachten kann. Den Winden und vorwinterlichen Temperaturen trotzend, hatten wir uns mit unserer eher für das mediterrane Klima ausgelegten Garderobe auf dem Landgut einer befreundeten Gefolgschaft für die Dreharbeiten eingefunden. Mangels Charisma, Ausdrucksvermögen und jeglicher schauspielerischer Begabung unsererseits, waren wir froh über den stattlichen Fahnenschreiber, der, gesegnet mit einer Menge Erfahrung in der brotlosen Kunst, die Rolle meines Alter Egos eingenommen hat. Zwölf Stunden, zwei abgewetzte Sohlenbeläge vom Wegkehren fremder Hinterlassenschaften, zehn Polonaisen durch den Wald, zehn Gesichtsbepuderungen und fünf Erfrierungen später, war das Video im Kasten und wir konnten uns zurück in unsere wärmenden Kojen unter Deck(en) begeben.

Die folgenden Landgänge konnten wir, dank der tatkräftigen Unterstützung unserer Piratenaushilfe Sandra, auch erfolgreich bestreiten und befinden uns wieder unter frischer Flagge auf der Fahrt zu neuen Ufern. Die Crew hat sich doch tatsächlich die Mühe gemacht, das komplette Inventar einzufärben, dass man uns in Zukunft auch von Weitem an unseren türkisenen Fahnen erkennen kann...

 


Blogbucheintrag vom 31.01.1715: Hamburg

Lang ist's her, dass sich die Elmsfeuer aus dem sicheren Heimathafen gewagt hat, in dessen Schutz sie die letzten Monate lag. Unser Ziel war Hamburg, das wir mit einem sehr angeschlagenen Schiff erreichten, welches wir uns für die Überfahrt "organisiert" hatten. Nachdem wir unseren Laderaum ausgeräumt hatten, machte ich mich mit dem ersten Maat auf den Weg, einen Unterschlupf für die Nacht zu finden. Die Unterkunft, die uns Casanova-Matze empfohlen hatte, übertraf ihn und uns sogar noch an Verschlagenheit und Bedrohlichkeit, aber davon später mehr.
Die Crew machte sich währenddessen daran, die Ladung zu verfrachten und ihre Seefahrerkollegen zu begrüßen. Unser neuer Ausguck tarnte sich geschickt und ging doch glatt bei dem ein oder anderen Spießgesellen als langjähriger Elmsfeuer-Veteran durch. Wenig später wurde es Zeit, die akustischen Eigenschaften der neuen Taverna zu testen. Der Schallbeauftragte, der sich, da er alleine war, eine größere Last als zu seiner Zeit Atlas aufbürdete, geizte nicht mit Wartezeiten, sodass die Crew genügend Zeit für ein Kletter- und Rollbrett-Workout hatte. Für die lange Wartezeit wurden wir aber fürstlich in Form mehrerer akustisch-langzeitmemorierter Leckerbissen im 1000 Hertz-Bereich verwöhnt. Nach getaner Arbeit stürzte sich die Crew auf die Verpflegung und der Käpten begutachtete in der Kristallkugel die zukünftigen Gassenhauer der Pulveraffen und die Pläne der Pressgeng. Kurz nachdem sich der Steuermann und der Käpten bei lauter Rockmusik auf engstem Raum ihre Wertschätzung ausgedrückt hatten, stürmten dann schon die ersten ungeduldigen Saufbrüder die Taverna. Die Stimmung war ausgelassen, die Vergangenheit reichte der Zukunft in Form einer Bass-Akkordeon-Symbiose die Hand und ebnete ihr den Weg in Richtung Weltenrand, der von Leuchtfeuern gesäumt war. Das Publikum war auf jeden Fall Feuer und Flamme, was der durch die Nebelwand induzierte helle Ton aus Richtung der Deckenkonstruktion akustisch unterstützte. Auch das unberechenbare, grenzfragile Mikrofon, welches noch während des Konzerts mit Klebeband geflickt wurde und jede Berührung mit einer absoluten Verweigerung der Funktion quittierte, konnte uns nicht aufhalten.
Nach dem Konzert hat die Crew nochmal ordentlich die Rumrationen inspiziert und dem "Cerritus" alle Ehre gemacht. So verging eine lange Zeit, in der sich Dargon auf alt-walisisch mit wirklich jedem und später nur noch mit sich selbst unterhielt, während unsere männliche Laderaumfee, beharrlich an ein Tamburin geschmiegt, tief und fest in einer Kiste schlummerte, nachdem er am Schwarzmarktstand vom Stuhl gekippt war. Franzi "Sherlock" Freibeuterin machte sich, ähnlich wie der Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat, auf den Weg Misses X zu finden und unserem Steuermann das Bier aus der Hand zu schlagen, während sich Just auf den Weg machte, die lokalen Aufklärungspublikationen einzusehen. Als schließlich die letzten Besucher aus der Taverna gekehrt wurden, machten wir uns daran, die Elmsfeuer zu packen, um in unseren Unterschlupf aufzubrechen, was sich aufgrund der vollgestellten Rehling, der beschlagenen Bullaugen und der tiefschwarzen Dunkelheit etwas schwieriger gestaltete als gedacht.
Nachdem wir schließlich nach langer Suche einen Anlegeplatz gefunden hatten, ging es daran unseren Schlafsaal zu suchen. Der Schlüssel, den uns der Wirt am Mittag in die Hand gedrückt hatte, war ohne jede Funktion, da uns das Zylinderschloss schon bei der ersten Berührung entgegenkam. Zum Glück hatte der Wirt aber, wohl ob der eisigen Kälte draußen, die Unterkunft auf eine erfrischende Schlaftemperatur von 42 Grad gebracht. Zum Schutz vor Spionen und anderem Gesindel war der Raum zusätzlich fensterlos, was unsere Vorfreude auf eine angenehm warme Nacht noch verstärkte. Auch die unmittelbare Integration der Latrinen in den Waschbereich war ein architektonischer Meistergriff, der nicht nur Zeit und Platz sparte, sondern durch die braun gesprenkelten Fliesen auch optisch einiges hermachte.
Zum Einschlafen las uns unser Steuermann noch aus den mitgebrachten Broschüren vor, bis ein Teil der Crew schließlich einschlief und der andere Teil nicht mehr einschlafen konnte...

 


Blogbucheintrag vom 13.04.1714: Oberhausen


Einige Monde sind vergangen, seit wir unsere Enterhaken in das Holz eines fremden Schiffes geschlagen haben. Beinahe hätten wir auch unseren nächsten Zielhafen aufgeben und einen weiteren Monat auf dem Meer verbringen müssen. Aber mein erster Maat sichtete Land am fernen Horizont, das wir schließlich ansegelten. Unser Weg führte uns gleich in die erste Taverne, die dunkler als das Herz von Davy Jones war. Nachdem wir unsere Fracht in den Weinkeller, der mit prunkvoller Deckenverzierung geschmückt war und wurde, verladen hatten, trafen wir auf die Crew von Cathain und Reliquiae, die unserem Kurs gefolgt waren. Nach langem Schwitzen in dem Höllenloch, fand unser Plankenassistent einen Durchbruch für Frischluft, der in besagtem Ambiente von einer nicht zu verachtenden Nötigkeit war. Nicht zuletzt deshalb, weil sich unser Casanovamatze seine Laufwerkzeuge verletzt hatte und nunmehr Minischlafsäcke an den Füßen trug, deren Farbenpracht sogar noch die Bühnenbeleuchtung überstrahlte. Bevor wir uns aber dem Pöbel offenbarten, mussten wir erst den Klabautermann finden und verjagen, der sich vom Schiff mit in die Taverne gestohlen hatte und den Schankraum mit seinem Poltern und Knarren erbeben ließ. Nachdem uns dieser Quälgeist zwei Stunden lang beschäftigt hatte, wurde es höchste Zeit auf die Planken zu klettern, während die Crew die Verpflegung inspizierte und degustierte. Im Laufe des Abends nahmen wir auch Käpten Flint in Beschlag, der dem Doc und Dargon noch ein Jahr zuvor durch die Lappen gegangen war. Unser Steuermann wird sich ab sofort für seine Bewachung einsetzen. Damit uns dieses Malheur nicht noch einmal passiert, luden wir den feuchtfröhlichen Gesellen auch gleich ein und schipperten gen Heimathafen. Da der Steuermann unpässlich war, steuerte ich den Flottenverband in das sichere Refugium, was mir auch zur vollsten Zufriedenheit gelang.

 


Blogbucheintrag vom 23.09.1713: Jülich

Seit einem Jahr freuten wir uns auf dieses Wochenende in Jülich: Ein Klassentreffen aller Halunken und Rumtreiber der Sieben Weltmeere. Und wir mittendrin…

Bereits vor den Toren machte unsere Crew Bekanntschaft mit ein paar äußerst verlumpten Exemplaren. Allerdings, und damit hatten wir nicht gerechnet, waren auch Edelmänner und Pfeffersäcke anwesend, was ja eigentlich kein Problem dargestellt hätte, wenn die Meute nicht schwer bewaffnet und in großen Gruppen aufgetreten wäre. Also begaben wir uns erst mal auf Tauchfahrt in den Backstagebereich und räumten unsere Utensilien auf die geräumige und (zu unserem Wohlwollen) überdachte Bühne. Nachdem wir uns mit den bereits dort gestrandeten Mitmusikern und den Organisatoren beratschlagt hatten, schlugen wir auf den Bühnenbrettern zurück und landeten einige tiefsitzende Treffer. Anschließend flanierten wir über den Markt und leisteten uns mit unserer Beute, einer Abreißwährung, die ein oder andere Gaumenfreude. Während wir also die Qualität der einheimischen Getränkewelt inspizierten, kümmerten sich die Deckschrubber, die in großer Zahl anwesend waren, um die Quantität der selbigen. Mit VOLLEM Erfolg, möchte ich behaupten…

Aber nachdem die Lichter aus waren, verlief die anschließende gemütliche Lagerfeuerrunde leider ohne Lagerfeuer und relativ schnell auch ohne musikalische Untermalung, da vollkehliger Piratengesang wohl nicht zu den Vorstellungen eines gut-bürgerlichen REM-Schlafes gehört. So verließ auch die übriggebliebene Hälfte der Crew das Schlachtfeld und nahm Kurs auf den Unterschlupf, der neben zwei Informationsübertragungsgeräten auch zwei Latrinen und eine Kleiderreinigungsanlage besaß, was für uns, deren sonstige Behausungen nicht mal ein Dach aufweisen, bereits eine besondere Form von Luxus darstellte. So durfte es natürlich auch nicht verwundern, dass wir erst relativ spät wieder auf dem Piratenmarkt aufschlugen und unsere letzten Konzerte bestritten.

 


Blogbucheintrag vom 29.06.1713: Black Pearl II in Bremen

Nachdem die Elmsfeuer aufgrund der Wetterverhältnisse erst mal auf Grund gelaufen ist und von fremden Beibooten aus der Misere befreit werden musste, schipperten wir gediegen in Richtung Bremen. Der Laderaum war nun nicht mehr von den Mannschaftsquartieren zu unterscheiden und überall lagen abgewetzte Stiefel und Notrationen zwischen dem allgemeinen Chaos. Als wir schließlich Bremen erreichten blickten wir auf ein gewaltiges Gebäude, das selbst uns Probleme bei der Erstürmung bereitet hätte. Zum Glück öffnete sich aber nach kurzer Zeit eine Pforte und man ließ uns passieren. Nach dem massiven Äußeren staunten wir nicht schlecht, als wir die Einrichtung sahen, die es mit jedem Freudenhaus auf Tortuga locker hätte aufnehmen können: Die Verpflegung war hervorragend, die Polster weich und die Architektur geprägt von üppigen Rundungen. Nachdem wir uns dreimal auf der Bühne verlaufen hatten und unser Doc die Ladung ans Dock, welches übrigens höher als die Elmsfeuer war, gefahren hatte, schlugen wir die Lager im Piratennest auf. Der Boden dieser Behausung war über und über mit Schrot bedeckt, was die Crew auf so manch gefährliche Idee mit ihren Feuerwaffen brachte. Das Konzert war großartig und wurde nur noch durch unsere anschließende Feier übertrumpft, die bis weit in den nächsten Tag hineinging. Dummerweise standen wir am nächsten Morgen vor verschlossenen Türen und mussten das Aladin belagern, bis man sich erbarmte und uns schließlich doch die Türen öffnete…

 


Blogbucheintrag vom 28.06.1713: Hörnerfest

Meine innere Uhr hatte sich noch nicht ganz entschieden, ob es denn jetzt abends oder morgens war, als wir aus dem heimatlichen Hafen liefen. Mein Magen war sich da schon sicherer und verlangte nach den eisernen Rationen, die strategisch im Schiffsrumpf verbaut waren, um die letzten freien Lücken zu nutzen. In Windeseile ging es dann in Richtung Brande-Hörnerkirchen, gleich über Elmshorn, wo man schon sehnsüchtig mit den Vorbereitungen auf uns wartete. Die Menge scharrte bereits mit den Füßen und sang aus voller Kehle mit. Bei so vielen Männern mit Bärten, müsste es schon mit dem Teufel zugegangen sein, wenn da nicht ein Jan, ein Hein, ein Klaas und ein Pit gestanden hätten. Nach dem Spektakel blieb uns eine ruhige Minute, in der unsere Gaumen die phänomenale Entdeckung machten, dass es doch tatsächlich noch andere und vor allem bessere als die gängigen Rumsorten gibt. Aber das Schicksal nahm diese Erkenntnis und schlug sie in tausend Stücke, während es uns beim Aufbau unserer Behausungen unablässig mit Regen strafte. Ungeachtet dessen kampierten vor unserem Unterschlupf auch eine Gruppe haariger Burschen, die, rund um ihren Kahn verteilt, aus geölter Kehle Acapella-Versionen ihrer liebsten Vikingerlieder trällerten. Nachdem wir uns mit den Einheimischen gutgestellt hatten und ihnen eine Menge an Fragen beantworteten, auf die wir selber keine Antwort besaßen, machten wir uns daran die „Künstlerverkostung“ zu begutachten, wobei wir schnell erkannten, dass auch hier Flüssigkeiten im Fokus zu stehen schienen. Man hatte sich scheinbar auf zahnlose Piratenbrut eingestellt… Wer noch seine Zähne besaß wurde aber an den Marktständen fündig. Nach dem erfolglosen Versuch unseren Lieblingsrum aus verschiedensten Ingredienzien zu synthetisieren, wurde unser erster Maat vom gemeinen Volk sogar noch als Schankmaid verhöhnt. Nach dem Unterzeichnen einiger Flugblätter mit unserem Konterfei war ich leider nicht schnell genug um dem Käpt'n der nachfolgenden Crew zu entgehen, der die Gelegenheit am Schopfe packte und mir seine Zuneigung in Form eines bärtigen Mundes auf die Wange drückte. Zum Glück hat das der erste Maat nicht gesehen… Der war nämlich damit beschäftigt sich von derselbigen Crew seinen Hut entwenden zu lassen, den er später in der Nacht, durch ein geringes Lösegeld an unseren Unterhändler und Casanova Matze, wieder zurückerwarb…

 


Blogbucheintrag vom 12.05.1712 - MPS Rastede

Während sich die Schenkenzunft noch die Nacht um die Ohren schlug brachen wir bereits vor Tagesbeginn - unter heftigem Protest des ersten Maates - in Richtung Rastede auf, um auch dem hohen Norden wieder unsere Aufwartung zu machen. Dieser empfing uns wie gewohnt mit Nebel und Dauerregen, bis wir endlich in die „Gisburg“ einfallen durften und dort im wahrsten Sinne des Wortes strandeten. Die Vorbereitungen liefen tadellos und unser erster Maat konnte sogar auf eine knackige Frage des fliegenden Holländers blitzschnell reagieren.

 


Blogbucheintrag vom 11.05.1713: Solingen - Hotel Tack

Dort, wo schon so manche Klinge das Licht der Welt erblickt hat, fielen wir in die Herberge „Tack“ ein. Ein altertümlicher Geruch schlug uns von den Wänden und Waffen entgegen, die unsere neidischen Augen dort sehen mussten. Hätten wir es gewagt unseren Schiffsbauch damit zu füllen, wäre die Elmsfeuer ob des maßlosen Gewichtes wohl schneller zum Meeresgrunde geschickt worden als die letzte Fregatte, die Bekanntschaft mit uns machen durfte. Aber nicht nur die hiesige Waffenkammer, sondern auch der Wirt und die Theke hießen uns willkommen und wir konservierten dieses Versprechen in Alkohol… ;) Nach getaner „Arbeit“ machten wir uns daran, unsere Instrumente für die Meute aufzubauen, während (sich) unser Steuermann im wahrsten Sinne des Wortes „die Lichter ausschoss“. Auf der Bühne verschmolzen wir – nicht nur aufgrund einer besonders positiven Stimmung – zu einer Person. Aber zuvor gab es erst mal ein festliches Mahl mit einem außergewöhnlichen Unterhaltungsprogramm. Nachdem wir Blut geleckt hatten, schwangen wir uns auf die Bretter und legten los. Ob die tobende Stimmung an der Enge des Raumes lag, an der stilvollen Getränkeauswahl oder nur in unserer Einbildung existierte, konnte man später nicht mehr genau erörtern. Die Meute hatte auf jeden Fall ihren Spaß, sang fleißig mit und trank „auf alle“. Auch konnte ich so manch verborgene Geschichte über die Vergangenheit unseres ersten Maates in Erfahrung bringen…

 


Blogbucheintrag vom 25.04.1713: Frankfurt - Nachtleben
Es ist schön wieder in heimatlichen Gewässern zu sein. Heute trafen wir auf eine uns bekannte Crew, mit der wir bereits vor Jahr und Tag die Planken teilten. Allein der Anführer schien irgendwie verändert und hatte – wahrscheinlich altersbedingt – seine einstige Haarpracht gegen eine sehr hohe Stirn getauscht… Nach kurzen Plaudereien über vergangene und kommende Kaperfahrten verluden wir unsere Fracht. Da wir keinen Hafen anlaufen konnten, ankerten wir, sehr zum Entsetzen der Einwohner, direkt auf dem Festland: Der Stadtvogt sollte uns dafür zu gegebener Stunde aber noch anständig die Rechnung machen. Getreu nach dem Motto „Platz ist in der kleinsten Hütte“ richteten wir uns in der Räuberhöhle ein, von der wir des Abends auf Kaperfahrt gehen sollten. Die Mannschaft schien kein bisschen eingerostet ob der Tage, die zwischen dem letzten Landgang lagen. Wir heizten den Landratten richtig ein und schnitten mit unseren Säbeln so manchem das Grinsen ins Gesicht. Manch einer in der Menge trug bereits die elmsfeuertypische Tracht und konnte das ein oder andere Lied mitsingen – oder gab dies zumindest durch heftige Mundbewegungen vor. Wir gaben alles und bekamen die Zeche – in Form von olfaktorischen und kreislauftechnischen Aussetzern – erst, als wir wieder in der Räuberhöhle angelangt waren.

 


Die wiedergefundenen Blogbucheinträge des Käpt'ns (22.02.1713)

Horn:
Endlich wieder eine Kaperfahrt! Nach fast zweimonatigem Gedümpel auf dem Ozean wurden wir schließlich an den Strand von Horn gespült. Bei gewohnt schlechtem Wetter und klirrender Kälte machten wir uns auf dem Marktplatz daran, unsere Gastgeber zu suchen. Dies gestaltete sich allerdings schwerer als zuerst gedacht. Scheinbar musste unsere Kleidung erst ein Mindestmaß an Hornschem Regen absorbieren um vorgelassen zu werden. Dennoch schaute die Crew amüsiert dem ersten Maat zu, wie er mit dem Veranstalter über unseren Bordkommunikator verhandelte, während die beiden nicht weiter als 2 Meter voneinander entfernt standen. Wir bekamen eine Wegbeschreibung zu unserem Unterschlupf und machten uns auf den Weg. Oh, welch unglückseliger Tag, da die Elmsfeuer bei ihrer Suche auf ein Riff lief, und das, obwohl sie doch bereits im richtigen Hafen lag. Von diesem Schrecken und der damit einhergehenden Lebensgefahr musste sich die Crew erst einmal in der Taverne erholen. Dort trug man Augenklappen und Holzbeine, zumindest machte es den Eindruck… Gestärkt und voller Tatendrang ging es noch kurz über den dortigen Marktplatz und dann in unser Quartier, wo wir die Nachtruhe ad absurdum führten. Dass man uns nicht hochkantig wieder rauswarf, kann ich mir bis heute nicht erklären. Zu fortgeschrittener Stunde torkelten dann auch die Händler aus dem Morgenland in die Behausung, die wir zuvor bereits auf dem Markt getroffen hatten. Ihre zahlenmäßige Unterlegenheit hielt diese allerdings nicht davon ab, unseren bereits sehr hoch angesetzten Lautstärkepegel noch einmal zu überbieten. Beim Thema Ausdauer zeigte sich dann aber sehr schnell, wer die richtigen Piraten sind, aye! Am nächsten Morgen mussten wir nicht viel aufwänden um uns unser Essen zu ergaunern, da man es uns großzügig schenkte. So fielen wir denn wieder auf dem Marktplatz ein, wo man uns schon sehnsüchtig erwartete. Angedacht war, dass wir in der Taverne spielen sollten, wo wir dann auch mit unseren Instrumenten - umringt von alten Seebären, Kaffee und Kuchen - aufschlugen. Als wir schließlich das erste Lied anspielten, erschien sogleich der gefürchtete Klabautermann mit hocherrötetem Kopf und schmiss uns in hohem Bogen aus der Taverne. So saßen wir nun auf dem nassen und kalten Pflaster, ohne Publikum und „Elmsfeuer“ um unsere Instrumente zu bedienen. Kläglich versuchten wir ohne letzteres unsere Lieder anzuspielen, was allerdings zum Scheitern verurteilt war. Aus Dargons Instrument schallte kein einziger Laut und auch die Geige blieb stumm. So wandten wir uns schließlich an den HERRN und unsere Gebete wurden erhört. Man öffnete uns die Kirchentüre und versorgte uns mit neuer Energie. So konnten wir schließlich doch noch den einen oder anderen Hornianer mit unserer Musik bekehren.

Hamburg:
Ein Jahr ist es jetzt fast her, dass man uns zum ersten Mal in die heimliche Piratenhauptstadt einlud. Und wir scheinen einen guten Eindruck hinterlassen zu haben, da uns Matthias – um unseren Gastgeber und tapferen Mitstreiter mal beim Namen zu nennen – erneut in seine Taverna eingeladen hat. Routiniert absolvierten wir unseren Auftritt, der wie vor einem Jahr sehr gut besucht war. Weshalb diese Kaperfahrt aber besondere Erwähnung in meinem Logbuch verdient, ist die Tatsache, dass unser Instrumental hier seinen endgültigen Namen erhielt. Es war eine Mischung aus Zufall, guten Ohren, Beleidigungen und Sprachwitz, die Bestandteile dieser Geschichte werden sollten. Aber hört selbst: Es begab sich also zu der Zeit, als die Elmsfeuer in Hamburg vor Anker lag, dass sich ein junger Bursche mit flinken Füßen und einem irischen Herzen auf eben jene berüchtigte Piratencrew einließ. Er heuerte an und stellte für diesen einen Abend seine filigranen Beine ganz in die Dienste der Seeräuberei. So gab er schließlich alles was er konnte und unterstützte die Crew mit Händen und vor allem Füßen, was diese ihm mit Speis und Trank vergalt. Alsbald wurde aber eine andere Crew auf diesen Salonlöwen aufmerksam. Grobschlächtig versuchte man sich seine Loyalität zu erschleichen. Der Steuermann der Elmsfeuer konnte diesem Treiben aber lauschen und brachte ob eines Wortes, welches dort fiel, eine wahre Lawine ins Rollen. Jenes Wörtchen was er aufschnappte sollte sich durch Variationen im Laufe der Zeit zu dem Titel eines bisher namenlosen Stückes aufschwingen. Es handelte sich um den Begriff „Klapperkasper“… Wer sich nun fragt, welchen Titel das Instrumental denn nun letztendlich ob dieser Episode trägt, wird sich wohl bis zum Erscheinen unseres Silberlings gedulden müssen.

Weimar:
In frühen Stunden setzten wir unsere Segel in Richtung Morgenland, fuhren über leere Ozeane und winterliche Gewässer, so weit, wie wir noch nie in den Osten gedrungen waren. Als wir an unserem Bestimmungsort ankamen, genossen wir das Gefühl des Bodens unter den Füßen und begrüßten überschwänglich die dort ansässige Fauna, bis wir schließlich in den Kasseturm hinabstiegen. Ja, hinab liebes Logbuch, denn bevor wir unsere Fracht bis unters Dach tragen konnten, mussten wir sie erst hinunter in den Keller bringen. Nachdem wir uns mit den ortstypischen Getränken bekannt gemacht hatten, begrüßten wir die Hafensänger von Duivelspack, die man schon von Weitem ihrem Gesang frönen hörte. Da diese Vaganten ja schließlich auch keine Unbekannten waren, erwartete man ein super Konzert mit vielen Schaulustigen... WEIT GEFEHLT, denn als schließlich die erste Gruppe loslegte, befanden sich Angestellte und Publikum in einem ungefähren Gleichgewicht, wenn man die Anzahl betrachtet. Schändlicherweise versuchte die Crew die Leere des Raumes mit einer Fülle an Bier auszugleichen, was sowohl dem Raum als auch der Crew nicht sonderlich gut bekam… Im Überschwang verletzte sich auch noch unser Unterhändler Matthias, als er zu einem ausgefeilten Tanzmanöver ansetzte. Alles in allem war das wohl ein sehr sehenswertes Ereignis, von dem zukünftig wohl leider nur eine Handvoll Seebären erzählen können. Aber es war wohl auch eines der Konzerte, von denen die großen Bands heute sagen: „Damals haben wir noch vor ein paar Leutchen gespielt.“ Und dieser Satz wird mit diesem Logbucheintrag wohl auch in die Elmsfeuer-Annalen eingehen.


Blogbucheintrag vom 01.01.1713: Oberursel


Ein Jahr ist es her, dass die Elmsfeuer mit wehenden Fahnen in See stach. Seitdem hat sich unser Laderaum stetig mit Schätzen aller Art gefüllt und unsere Anhängerschaft beständig vermehrt (rein platonisch, ihr kleinen Süßwasserratten). Zeit ein Resümee zu ziehen: 13 Kaperfahrten, wobei die 13 wohl hauptsächlich eine Unglückszahl für diejenigen ist, die nicht dabei waren. 15 Lieder, die von der Seeräuberei und von dem weiten Meer erzählen und mindestens 15 weitere Geschichten, die darauf warten erzählt zu werden. Über 300 Likes auf unseren Steckbrief im Verfolgungsbuch. Und unser erster Silberling ist so gut wie im Ofen. Es wartet also ein erfolgversprechendes Jahr auf uns und unsere Mitstreiter… Zur Feier dieses einjährigen Bestehens fanden wir uns zur Jahreswende in Oberursel ein, um das alte Yarrr zu verabschieden und das neue zu begrüßen. Anfangs befürchteten wir wieder ein Publikumsfiasko (s.o.), aber nach und nach fanden sich doch ein paar tapfere Recken ein, die willig waren mit uns zu feiern. Wa-hya spendierte uns wieder eine Jahresration Rum, Piratenbluttransfusionen und eine stimmige Lichtinszenierung für Weltenrand. Und als besonderes Andenken gab es endlich ein paar Trinkgefäße für die Crew, die das ständige unter dem Rumfass liegen allmählich satt hatte. Aber auch unsere Anhänger gingen nicht leer aus. Neben unseren Liedern gab es für die anwesenden Seelen so viel Rum wie sie trinken konnten und für manche auch ein bisschen mehr…


Blogbucheintrag vom 15.-16.09.1712: MPS Borken - ein gebrochener Regenfluch und die Buddelbrooks


Voll beladen ging es am Samstagmorgen Richtung Borken (gleich in der Nähe von Heiden und Reken - kein Witz, liebes Tagebuch) auf das MPS (MittelmeerPiratenSpektakel). Obwohl uns widrige Winde falsch geführt hatten und uns die Sonne auf die Barthaare brannte (wir scheinen den Regenfluch endgültig hinter uns gelassen zu haben), bewahrte die Mannschaft einen kühlen Kopf und wir hatten nach dem Entladen der Fracht durchaus noch Zeit, uns durch den Markt zu kämpfen - wenn ich weiterhin so lange Sätze notiere, werd ich mir künftig überlegen, mal ein Buch über meine Saufbrüder, die Buddelbrooks, zu schreiben. Für diesen Plan haben wir vor Ort einen großen Goldschatz bergen können, der unter der Mannschaft gleichmäßig verteilt wurde, wie bei Likedeelern leider so üblich... Beim Konzert durfte ich schließlich eine ganz bezaubernde Dame und ihren Liebhaber trauen, blickte dem wahrhaftigen Tod direkt ins Gesicht und hatte sogar Ausblick auf eine exklusiv gewandete Piratencrew. Was will man mehr?!?

Nach erfolgreicher Schlacht schlug meine Crew ein Lager am oberen Waldrand auf, das sich vor keiner Wagenburg eines Karl May Filmes verstecken brauchte. Der Doc blieb an Bord um das Schiff zu bewachen. Nach gefühlten und wahrscheinlich sogar tatsächlichen drei Stunden setzte sich die holzbeinige Mannschaft dann endlich in Bewegung in Richtung "Bruchenballturnier", welches meine Wenigkeit unter keinen Umständen verpassen wollte. Aber selbstverständlich kamen wir nicht nur verspätet, sondern gänzlich zu spät auf dem Turnierplatz an. Unser Informant, Matthias, versorgte die Crew schließlich über den Abend hinweg mit ausreichend (in einigen Fällen sogar mehr als ausreichend) Flüssigkeit. Dies sorgte schließlich dafür, dass ich mich selbstständig, verlassen und allein, liebes Tagebuch, auf kulturelle Entdeckungsreise begeben musste. So wurde mir aber schließlich auch die Freude zuteil, einem Barden beizuwohnen, den ich aufgrund seines Outfits ab sofort nur noch "Graf Sören" nennen werde. Nachdem das Feuer, das ausnahmsweise mal nicht wir gelegt hatten, heruntergebrannt war, ging es mal wieder viel zu früh in die Kojen, da auch am nächsten Tag ein Auftritt bevorstand.

Neuer Tag, neue Schlacht! Heute ging es wieder richtig früh los mit dem Musizieren. Glücklicherweise konnten wir schon am Vortag einige Deckschrubber schmieren und überreden, dass sie sich das Spektakel zu so früher Stunde ansahen. Aber meine Augen sahen nicht nur bestochene Seelen vor dem Bühnenrand, sondern sowohl vom Vortag bekannte als auch unbekannte Gesichter. Nachdem wir unsere letzten Goldmünzen in Verpflegung umgesetzt hatten, ging es wieder mit voller Fahrt in Richtung Heimathafen, wo die Elmsfeuer nun ankert und auf neue Kaperfahrten wartet. 


Blogbucheintrag vom 09.09.2012: Eine Kanonenexplosion und ein goldener Zwerg


Liebes Tagebuch:

Das war mal wieder eine Woche! Am Freitag schipperten wir noch in heimatlichen Gewässern, aber schon am Samstag trieb uns der Wind in ferne Gestade. Aber ich möchte nicht zu weit vorgreifen...

Nachdem am Freitag gegen Mittag die Fracht auf unser neues Schlachtschiff verladen wurde, machten wir uns sogleich daran, die Hayner Burg zu entern, die wir zwar taktisch klug, aber leider doch höchst unfreiwillig mehrfach umkreisten, bis wir uns Zutritt verschaffen konnten. Nachdem wir unsere Kriegsmaschinerie im Burghof installiert hatten, begab sich die Crew auf kulinarische Entdeckungsreise. Einige Besatzungsmitglieder - ich dummerweise eingeschlossen - deckten sich mit Teigwaren, die ihrem Namen alle Ehre machten und leider auch ausschließlich nach Teig schmeckten, ein, andere begnügten sich mit flüssiger Nahrung an der Grafentaverne. Der tollkühne Leichtmatrose U-Gene versuchte sich gar an einem altertümlichen "Hau den Lukas". Obwohl der Hammer wahrscheinlich so schwer wie er war und der Schaft ungefähr die Dicke seines Unterarms besaß, verblüffte er mich wieder aufs Neue: Zwar nicht, was die Ausführung angeht, aber zumindest an seiner Schlagkraft werden sich künftige Crewneulinge messen müssen. Endlich auf der Bühne angekommen, erspähten meine sonnengeblendeten Augen eine Unzahl an Köpfen, zumeist geschmückt in Piratentracht. Die Crew legte sich richtig ins Zeug und konnte im Laufe des Konzerts die Anzahl der Schaulustigen potenzieren, bis sich unser finaler Song in einem Kanonenschlag auflöste. Käpten Blake, Mr. Hurley und sogar Jack Sparrow werden sich wohl trotz Karibiksonne noch warm anziehen müssen...

Nach vollendeter Schlacht zogen wir uns, bedingt durch den bevorstehenden Raubzug, auch relativ schnell in unsere Kojen zurück, in banger Erwartung auf den kommenden Tag.

Nachdem ich in meinen paar Minuten Schlaf nur von goldenen Zwergen und kahlköpfigen Sängern geträumt hatte, ging es um 04:30 Uhr in Richtung Piratenversteck, um nach Selb aufzubrechen. Dort angekommen lieferten wir, unterstützt durch die Ogerbären, ein grandioses Konzert zu einer Zeit, die von Lumpen, Trinkern und Piraten gerne mit "da schlaf ich ja noch" betitelt wird. Aufgrund von ABM war es uns auch möglich, einen Fahnenschwenker zu organisieren, der doch tatsächlich für ein bisschen Met eine halbe Stunde unsere Piratenflagge geschwenkt hat. Fortan erwarte ich bei zukünftigen Konzerten ebenfalls von jedem, der einen Blick auf dieses Logbuch wirft, spontan eine Polonaise bei unserem Seeräuberleyd einzuleiten. Soweit ich das aus meinem sonnengemarterten Augen erkennen konnte, hatte aber auch die Jury ihren Spaß während unseres Auftritts.

Danach schafften wir die Fracht schnellstmöglich an Bord und der gute Doc brachte unser Schiff aus dem Kreuzfeuer in den sicheren Heimathafen, während wir, geschützt durch die Ogerbären, unser Lager aufschlugen und anschließend den VIP (Very Important Pirates) Bereich auskundschafteten. Das Wetter klarte auf und es wurde bald heiter bis folkig, mit Bier aus dem Backstagebereich, das wir bis zu diesem Augenblick noch an den Grenzkontrolleuren vorbeischaffen konnten. Auf mehrfache Empfehlung besuchte ich mit der Feuerwerkerin auch das Tollhaus von Pampatut. Auch wenn ich die musikalische Qualität aufgrund der wenigen Lieder kaum einschätzen kann, sind mir doch die verbalen Vorzüge in guter Erinnerung geblieben. Aber ich schweife ab, liebes Logbuch...

Das was uns allen unter den verkrusteten Nägeln brannte, war die Abstimmung über den Award, den es zu gewinnen gab. Natürlich verbreiteten sich schon die Gerüchte und unser Informant Matthias konnte kaum noch richtig trinken, da seine Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht weichen wollte. Aber trotzdem wollte uns keiner genauer aufklären. Wir standen also kurz vor dem Award mit der Band Drachenflug vor der Bühne und harrten in der Dunkelheit aus. Der erste Maat hing mir schon seit 20 Minuten in den Ohren, sodass ich heute noch einen unvermittelten Tinitus bekomme, wenn ich an diesen Tag zurückdenke. Nach weiteren fünf Minuten und einem Beinahe-Durchbruch meines spontan entstandenen Magengeschwürs ging es dann endlich auf die Hauptbühne und zur Awardverleihung. Vor der Bühne wartete schon eine riesige Meute auf uns (oder auf Schandmaul, die in einer Stunde dort spielen sollten;)). Kurz und knapp: Wir haben den goldenen Zwerg bekommen. Obwohl wir ja jetzt schon seit fast einem Jahr auf Kaperfahrt sind, ist es das erste Mal, dass wir tatsächlich mit Gold belohnt wurden (und das auch noch völlig freiwillig, ohne Erpressung, Bestechung, Mordandrohungen und dem ganzen anderen lustigen Piratenkram). Nachdem die ganze männliche Crew den goldenen und sichtbar weiblichen Zwerg befummelt hatte, ging es weiter zu unserer nächsten Trophäe: Thomas von Schandmaul hat sich dazu erbarmt, ein Gruppenfoto mit uns und dem Zwerg zu machen (nachdem der betrunkene erste Maat in den Backstagebereich gerannt ist und was auch immer dort veranstaltet hat). Nach einem kunstfertigen Abschlusskonzert der Schandmäuler ging es für uns noch ins Ogerbärenlager um den Fahnenschwenker zu verköstigen und unsere Gastgeber musikalisch wachzuhalten. Obwohl Anni schon lange in der Koje lag, André unter Pferdedecken vor dem Feuer eingepennt ist und Franzi, da sie immer noch das Bühnenoutfit trug, halb erfroren auf einem Stuhl kauerte, versuchten der Steuermann und ich mit einer verstimmten Gitarre und einer Mikrotrommel die letzten Töne aus unseren Kehlen zu pressen, um dann schließlich spät in der Nacht in die Zelte zu fallen.

 

Nachtrag:
Die Nacht war kurz, kalt und nass. Warum habe ich mir vom dummen Steuermann bloß den Flo ins Ohr setzen lassen, einen möglichst kompakten Schlafsack zu erbeuten. Darauf erst mal einen warmen Grog.
Gegen Mittag dann die Heimfahrt mit Zwerg in der Mitte und wehender Piratenflagge. Franzi segelte das Beiboot, während wir sie fleißig dabei behinderten. Ein hoch auf Männerchöre...


Blogbucheintrag vom 05.-06.05.1712: Roleplay Convention


Samstag, 05.05.1712:
 
Früh am Morgen packten wir unsere Schaluppen und schipperten in Richtung Köln. Wie gewohnt war das Wetter auch bei diesem Landgang regnerisch und kalt: Ob wir vielleicht den Voodoo-Fluch hätten ernster nehmen sollen, den uns ein Priester vor Jahr und Tag aus einer geplünderten Stadt nachrief?!? Auf der Fahrt gab es viele Dinge mit dem ersten Maat zu bereden und so kamen wir auch im Handumdrehen in Köln an. Leider war es ohne unseren Steuermann nicht ganz einfach den richtigen Eingang zum Messehafen zu finden... Bei der Ankunft trafen wir auch gleich auf Mr. Hurley und seine Pulveraffen, die uns zuvor schon per Flaschenpost kontaktiert hatten. Als die Regenwolken (Sonne gab es ja keine) sich dem Nachmittag entgegen neigten, enterten wir schließlich die Bühne. Das war mal wieder ein Spitzenkonzert mit einem tollem Publikum. Nach einem heißen Met ging es aber dann schon mit einem Pirate Special weiter. Zusammen mit den Pulveraffen enterten wir mit leichten Waffen gerüstet erneut die Bühne, wobei sich später auch ein einsamer Schotte dazugesellte, der eine mächtige Piratenstimme besaß und mehr trinken konnte, als es an diesem Tag geregnet hatte. Um die beiden Konzerte zu feiern verleibte man sich das ein oder andere alkoholische Getränk ein, bevor man sich auf den Weg zu den Schlafsälen machte (der trotz seiner minimalen Distanz einen maximalen Aufwand für die betrunkene Crew bedeutete)...

Sonntag, 06.05.1712 - I:

Aua... Alles tut weh... Die Crew schläft noch... Erst mal einen Tee (diesmal ohne Schuss)...

Sonntag, 06.05.1712 - II:

Immer noch Aua... Aber die Crew ist mittlerweile aus ihren Kojen gekrochen... Auf gehts zur RPC... Wieder Regen... Und kalt... Nochmal über die RPC gelaufen... Dann das Konzert... Sehr guter Sound... Tapferes nasses Publikum... Heißer Met macht alles gut... Heimfahrt im Boot des ersten Maates...

Gute Nacht liebes Tagebuch...


Blogbucheintrag vom 08.04.1712: Kaperfahrt auf Mainz-Kastel


Yarrrr,

dank wiederholten Grogaufgüssen und heißem Rum mit einem winzigen Schuss Tee lässt langsam diese prickelnde Kälte wieder von mir ab. Nicht, dass mir Kälte etwas ausmachen würde: Ich denke da eher an meine Mannschaft. Aber zum Glück helfen hier ja auch meist heißer Alkohol und warme Worte...

Gestern enterten wir den mittelalterlichen Markt in Mainz-Kastel in der Reduit. Trotz klirrender Kälte hat sich so manch verlorene Seele dort eingefunden, um unser Liedgut zu bestaunen. Die wilde Meute kam richtig in Schwung und forderte unablässig nach weiteren Geschichten über unser Seeräuberleben. Ob das nun an ihren großen Herzen, an den aufreizenden Tänzerinnen von Mahsati Baysan oder an den Spirituosen der Grafentaverne lag (die auch mir das ein oder andere Versprechen dem Wirt gegenüber entlockten), bleibt zu erörtern. Warum auch immer: Diese Leute machten bis zum Schluss eine solche Stimmung, dass sie selbst den lautesten Orkan in die Knie gezwungen hätten. Vielen Dank für euren Zuspruch: Mögt ihr ihn nicht mit einer Erkältung vergolten bekommen...

Als bereits die gesamte Ausrüstung wieder auf unsere Schiffe verladen war und wir dem Heimathafen entgegen segeln wollten, tauchten plötzlich zwei betrunkene Hafensänger auf, die unsere Schriftführerin aufs heftigste bezirzten. Doch kein Grund zur Beunruhigung: Franzi's Loyalität gilt einzig und allein der Elmsfeuer, sodass die zwei Barden auf Granit beißen mussten...

Alles in Allem ein sehr schöner Abend und ein gelungenes Konzert. Wie sagt man so schön: Aller guten Dinge sind drei...


Blogbucheintrag vom 26.02.1712: Einzug in den neuen Proberaum


Arrrrrrrrr!

Wir sind endlich mit unseren Umbauarbeiten am Ende und die Elmsfeuer hat einen neuen Heimathafen. Nach einem Wochenende voller Schufterei kann sich unsere Inneneinrichtung so allmählich sehen lassen, wobei der Geschmack eines Piraten wohl nicht an den üblichen Maßstäben gemessen werden sollte... ;) Auf jeden Fall hätte neben einem waschechten Piraten zumindest auch jeder Surrealist seine helle Freude bei der Isolierung unserer Musizierkajüte. Diese wurde mit allen erdenklichen Mitteln in die Wand "integriert". Leider ist unsere neue Kajüte nicht so geräumig wie unsere alte, wodurch der Geräuschpegel jede Schnapsnase postwendend wieder nüchtern werden lässt. Werd dem Steuermann wohl mal bei Gelegenheit sein (Schlagzeug-)Fell über die Ohren ziehen müssen...

Frohes Entern


Blogbucheintrag vom 16.02.1712: Probe


Seid gegrüßt, Piratenanwerber!

Nach den schweren Gefechten in Darmstadt und Hamburg und dem großen Zuspruch von EUCH, Piratenvolk, haben wir uns die letzten Wochen intensiv um neues Liedgut gekümmert, das sich über die Zeit hinweg in unseren Köpfen angestaut hatte. Leider hat unser Schiff leckgeschlagen und das daraufhin eindringende Wasser, bedingt durch das schlechte Wetter, hat die Kajüte unseres ersten Maates unter Wasser gesetzt. Die Aufräumarbeiten werden wohl noch eine geraume Zeit in Anspruch nehmen. Aber bei der nächsten Zusammenkunft wird es handfestere Informationen zu den neuen Stücken geben.

Haltet die Ohren steif


Blogbucheintrag vom 22.01.1712: Konzertbericht

 

Am 20.01. setzten wir die Segel, um in Richtung Norden zu schippern. Mit drei vollbepackten Koggen brachen wir auf in das ferne Hamburg, um unseren zweiten Auftritt zu bestehen. Nach langer Fahrt in zähfließendem Gewässer kamen wir schließlich in der kleinen Piratenbastion Gütersloh an, wo wir nächtigten und neue Energie tanken konnten. Am nächsten Morgen legten wir die restliche Entfernung ohne größere Probleme zurück und erreichten schließlich unseren Zielhafen: Den Kulturpalast Bambi Galore. Nach ausgiebigem Soundcheck und beachtenswerter Verkostung waren wir schließlich bereit, unser Liedgut dem bereits wartenden Publikum darzubieten. Nicht nur, dass eine erstaunliche Anzahl an lauschwütigen Recken gekommen war, diese Teufelsburschen und deren weibliche Pendants sorgten für eine bombastische Stimmung, wie man sie seit Tortuga nicht mehr gehört und gesehen hat. Auch Heiter bis Folkig, die zweite Mannschaft, die ihre Liedkunst zum Besten gab, ließ sich nicht lumpen und entfachte ein Freudenfeuerwerk nach dem Anderen im Publikum, unter das auch wir uns gemischt hatten. Nach geschlagener Schlacht gaben wir noch einige Geheimnisse preis, von denen ihr bestimmt in naher Zukunft in der „Karfunkel“ lesen könnt (haltet also Augen und Ohren offen). Außerdem trat man bezüglich eines großen musikalischen Events mit uns in Kontakt. Sollten wir hierzu genaueres erfahren, werden wir euch selbstverständlich davon in Kenntnis setzen… Habt Dank für diesen Abend, alle die ihr anwesend ward und mitgewirkt habt. Unsere Wege werden sich sicher wieder kreuzen.

Eure Elmsfeuer-Crew.


Blogbucheintrag vom 30.06.1712: Sternzeit -610504.0753706235

 

Die Elmsfeuer befindet sich wieder auf Kaperfahrt.

Mit über hundert Knoten sind wir, nachdem wir unseren Frachtraum vollgestopft hatten, von unserem Proberaum nach Dillenburg geschippert, um dort an zwei Tagen aufzuspielen. Dummerweise, wer hätte das auch vermuten können, befand sich der Turm auf einem Berg, sodass wir – und mit „wir“ meine ich: die Crew – erstmal den Inhalt des Laderaumes auf die Anhöhe befördern mussten. Ich dirigierte, die Mannschaft marschierte…

Nachdem das vollbracht war, gab es eine kleine Stärkung aus Wa-hyas Muffinbox für die Crew – und mit „Crew“ meine ich natürlich: für mich. So gestärkt war es Zeit für einen kleinen Soundcheck in ziviler Kleidung, um die Meute für das Abendkonzert einzustimmen. Wenn mir diese Vorbemerkung gestattet ist: Die Rechnung ging voll auf…

Anschließend machten wir uns mit dem restlichen Gepäck auf den Weg in unsere Unterkunft. Es kam zum größten Anzunehmenden Unfall: Unser Steuermann, der die Flüssigrationen schulterte, ließ seine Fracht fallen, sodass sich diese, der Schwerkraft entsprechend, mit hohem Tempo dem Tal entgegen bewegte und nur eine feuchtschäumende Spur hinterließ. Aber der tapfere Aushilfsmatrose U-Gene sprintete dem Treibgut hinterher und konnte es doch tatsächlich noch einholen: Was für ein Mann! Es war wie Herkules, der den erymanthischen Eber einfing! Da aber trotz aller Heldentaten gut die Hälfte unserer Ladung nicht mehr transportfähig war, gingen wir dazu über, die Bruchstücke an Ort und Stelle zu verzehren und den Rest in der Unterkunft zu verstecken.

Die Zeit bis zum Abendkonzert verbrachten wir mit kleineren Plünderungen, kulinarischen Genüssen und der Rezeption der anderen Künstler.

Als wir schließlich gegen 21:30 Uhr die Bühne enterten, hatte sich der Großteil des Marktvolkes in freudiger Erwartung vor der Bühne versammelt. Während des Konzertes stürmte eine fremde Piratencrew erfolgreich die Bühne und untermalte das Geschehen mit wehenden Fahnen und Schüssen aus ihrer Bordkanone. Als sich Dunkelheit über Dillenburg legte war es schließlich Zeit für Anni's Feuershow, die dem „schwarzen Meer“ ganz schön einheizte. Alles in Allem ein sehr gelungener Auftritt… Nachdem wir uns bei der Grafentaverne an Spanferkel, den ungewöhnlichsten Biersorten und an Wa-hyas Piratenblut gelabt hatten, kam es schließlich doch noch zu dem lange erwarteten typischen Elmsfeuer-Platzregen, bis schließlich eine fremde Crew auf uns traf, die etwas von einer Piratengeburtstagsparty faselte. Meine Crew war natürlich sofort dabei und so folgten wir in stockfinsterer Nacht. Natürlich vergeblich… Da man uns aber mit Schwarzbier zum Bleiben bewegte, verbrachten wir noch ein paar Stunden in geselliger Runde – wahrscheinlich zum Leidtragen aller umliegenden Zelte. Nachdem wir bei unserer Rückkehr in die Pension schließlich pflichtgemäß alle Gäste geweckt haben, konnten wir seelenruhig und erfüllt einschlafen… 


Blogbucheintrag vom 01.07.2012

 

Die ganze Nacht nicht geschlafen, nur weil der beknackte Steuermann Platzangst in seiner Kombüse hat und die Schotten aufreißen musste. Naja, ohrenscheinlich konnte ja wenigstens er schlafen...

Nachdem die Mannschaft also am nächsten Morgen endlich wieder einsatzbereit war, gab's erstmal ein ausgiebiges Frühstück mit einer Verewigung auf dem Bibelzitatkalender - liebe Familie Vopel, seid nicht böse auf den Simon, er hat es gut gemeint und Recht hatte er ja schließlich auch!

Anschließend ging es wieder den Berg rauf, vorbei an der Unglücksstelle von gestern und ab auf den Deich, den man vor dem Turm als Bühne aufgeschüttet hatte. Da das Wasser aber von oben kam, half dieser natürlich nur bedingt...

Nach dem letzten Auftritt ging es dann auch schnell wieder ans Packen der Koggen und mit doppelter Entergeschwindigkeit Richtung Heimathafen.